Inmitten der beeidruckenden Vulkanlandschaft liegt Olot, eine lebendige kleine Stadt mit einem attraktiven Kulturprogramm und bedeutenden architektonischen Kunstschätzen. Seine Route des Modernismus, die interessanten Museen, sowie die zahlreichen exquisiten Restaurants bieten das kulturelle Gegenstück zu seiner herrlichen Umgebung mit dem Naturschutzgebiet und den Vulkanen der Garrotxa. Neben den Vulkanen und den bewaldeten Kratern erwarten Sie in dieser einzigartigen Landschaft Spaniens zahlreiche mittelalterliche Dörfer, einsame Täler und freundliche Menschen, die Ihnen immer gerne zur Hilfe stehen, wenn es darum geht, die Geheimnisse des Ortes zu entdecken.
Da Olot nur eine Autostunde von den Pyrenäen entfernt liegt, ist es auch ein beliebter Standort für einen Skiurlaub im Winter. Die beiden Skistationen La Molina und Vall de Núria sind die bekanntesten Skigebiete der Region.
Olot
Die ehemalige mittelalterliche Stadt wurde bei den Erdbeben von 1427 und 1428 zerstört, später aber mit größter Sorgfalt rund um die Plaça Mayor wieder aufgebaut. In der Altstadt stehen viele sehenswerte Gebäude, Kirchen und herrschaftliche Häuser, die sich alle um den Vulkan herum gruppieren - eine Eigenheit, die typisch ist für diese Vulkanregion.
Volcán Montsacopa: Fast unwirklich erscheint dieses Städtchen, dass an den Hängen rund um einen Vulkan entstand. Direkt am üppig bewachsenen Kraterrand erkennen Sie die Ermita de Sant Fransesc: Von hier haben Sie eine herrliche Sicht über Olot.
Altstadt: Die imposanten Kreuzgänge des Klosters del Carme mit elegant geschwungenen Bogengängen auf zwei Etagen gehören zu den wichtigsten Bauwerken der Renaissance von Katalonien.
Mitten im Zentrum liegt die Kirche Sant Esteve, eines der Wahrzeichen der Stadt. Im Kircheninneren finden wir zwei herrliche Beispiele aus dem Barock in Katalonien: Die beiden Retabeln Sant Josep (1726), und Roser (1707). Im Gemeindemuseum können Sie sogar ein Originalwerk von El Greco bewundern, sicherlich einer der größten Kunstschätze der Stadt.
Route des „Modernisme“: Auf einem Spaziergang durch den Stadtkern von Olot finden wir einige herrliche Beispiele aus der Epoche des „Modernisme“, dem katalanischen Jugendstil.
So das stattliche Solà Morales mit seiner hübschen Fassade und floralen Motiven: Es ist das schönste Gebäude der Stadt. Auch sehenswert ist die Gaietà Vila, ein Paradebeispiel für den katalanischen Jugendstil mit schmiedeeisernen Gittern, Pflanzen- und Tiermotiven und den typischen Drachendarstellungen.
Die Casa Pujador mit ihrem gotischen Turm und einem herrlichen Balkon ist ein ausgesprochen elegantes Gebäude, das bis heute Pracht und Reichtum der Vergangenheit bezeugt.
Auf unserer Route des Modernismus durch Olot sollten wir der Konditorei „Pastelería Ferrer“ auf jeden Fall einen Besuch abstatten. Abgesehen von den wunderschönen Holzschnitzarbeiten an der Decke können Sie hier auch einmal die feinen Nachspeisen, Torten, Törtchen und die knusprigen Blechkuchen der traditionellen Backkunst probieren.
Der Fluss Fluviá: Der Fluss, der alles dominiert in dieser Stadt: Ohne Zweifel war der Fluss schon immer von größter Bedeutung für die kleine Stadt. Nicht nur wegen seiner Schönheit, sondern vor Allem wegen seiner Notwendigkeit für die zahlreiche kleinen Werkstätten und Fabriken im Ort.
Ein Spaziergang zu den Quellen und Brunnen von Sant Roc führt uns durch malerische Landstriche. Hier fließt der Fluss unter elegant geschwungenen Bäumen hindurch - am Flussufer runden die herrlichen Callas mit ihren leuchtenden Blüten das Bild auf gelungene Weise ab.
Im Freizeitgebiet von Els Tussols hat der Fluviá eine Lagune gebildet, an der sich die Freunde und Liebhaber zahlreicher Wasser- und Sportaktivitäten versammeln. So kann man hier unter Anderem Kanu fahren, Bogenschießen und Klettern.
Vulkanmuseum und Botanischer Garten: Dieses schöne Gebäude, das an sich schon eine Sehenswürdigkeit ist, beherbergt das Museum. Es liegt inmitten einer herrlichen Parkanlage mit über vier Hektar Wald. In einer didaktischen Ausstellung werden die prinzipiellen Eigenheiten der Vulkanregion der Garrotxa erklärt: Einerseits die seismischen Phänomene und die Vulkane und andererseits die Flora und Fauna der Gegend. Nicht nur für die kleineren Besucher unter uns gibt es hier einen seismischen Simulator, der uns zeigt, wie ein Erdbeben verläuft. Der romantische Botanische Garten, der sich um das Museum ausdehnt, ist nicht weniger interessant als das Museum: Er ist im englischen Stil angelegt und enthält verschiedene ursprünglich belassene Zonen mit Waldbestand aus Stieleichen und Buchsbaum.
Feuchtgebiet La Moixina: Die Feuchtgebiete dieses Naturschutzreservoirs waren über die Jahre stets ein beliebtes Motiv für die Maler der Region. Zwischen Brunnen und Quellen bildete sich eine üppige Vegetation, typisch für diese Ökosysteme: Hier wachsen Eichen, Weiden und Pappeln. Ein Spaziergang durch diesen zauberhaften, im wahrsten Sinne fast magischen Park wird bestimmt auch Ihre romantische Seite erwecken.
Castellfollit de la Roca und Besalú
Auf keinen Fall die Kamera vergessen! Sie befinden sich nämlich auf einer der malerischsten Ausflugsrouten von ganz Spanien. Die beiden Dörfer bilden die beiden Tore zum Naturschutzgebiet Parque Natural de La Zona Volcanica de la Garrotxa. In Castellfollit de la Roca können wir die hübsche Altstadt bewundern, die direkt oben am Rand einer beeindruckenden Steilwand errichtet wurde. Die Steilwand war bei einem Vulkanausbruch entstanden. Die gewundenen kleinen Gassen der Altstadt bieten immer wieder herrliche Motive, die Sie an den zahlreichen Aussichtspunkten finden können.
Der kleine Ort von Besalú wird sie begeistern: Das ehemalige Judenviertel stammt noch aus dem Mittelalter und ist ausgesprochen reizvoll. Die alte jüdische Mikwe (Ritualbad) ist einzigartig in ganz Spanien. Sehenswert ist auch das Hospital Sant Julià, mit seiner herrlichen Fassade aus dem 12. Jahrhundert, die romanische Kirche Sant Vicenç und die schöne mittelalterliche Flussbrücke mit ihren sieben Bögen.
Wandern
Parque Natural de La Zona Volcanica de la Garrotxa und Umgebung: Charakteristisch für das große Naturschutzgebiet, das Olot umgibt, sind die zahlreichen Vulkane, die wir über die Landkarte verstreut entdecken. Zahlreiche Kastanienwälder, Eichen, Buchen, Steineichen, Pappeln und Haselnusssträucher schmücken die magische Landschaft.
Und die Fauna ist nicht weniger interessant: Denn hier gibt es noch Wildschweine, Wildkatzen, Siebenschläfer, Steinmarder, Ginsterkatzen, Schlangenadler, Wanderfalken und Habichte, neben vielen anderen Tierarten.
Das gesamte Gebiet gilt als das bedeutendste Vulkangebiet der spanischen Halbinsel und zählt zu den wichtigsten in ganz Europa. In den folgenden Kapiteln wollen
wir Ihnen daher einige schöne Ausflüge vorschlagen:
Von Olot nach Santa Pau: Der Wanderweg verläuft zwischen Wäldern und Vulkanen. Sie können ihn sowohl mit dem Auto als auch zu Fuß machen.
Zuerst kommen wir durch Fageda d’en Jordá: Der Ort liegt direkt auf dem Hügel des Vulkans Croscat. Es handelt es sich hier um einzigartiges Ökosystem mit dichten Buchenwäldern, die uns auf den ersten Blick geheimnisvoll und undurchdringbar erscheinen.
Direkt hinter den Wäldern gelangen wir zum Vulkan Croscat selbst: Hier können wir das Innere eines Vulkans bewundern: Denn in den Erdhügel wurde eine gigantische Kerbe gegraben, die Ansicht ist einfach beeindruckend! Ganz in der Nähe von hier liegt auch der Vulkan Santa Margarida. In der seiner Innenmulde steht auf grüner Wiese die kleine gleichnamige Kapelle, ein einzigartiger Anblick!
Das I-Tüpfelchen auf unserer ersten Route setzen wir mit einem Besuch des Ortes Santa Pau. Dieser mittelalterliche Marktflecken ist stolz auf seine gotischen Prachtbauten, das Schloss und die Kirche Santa María. Auch der arkadengeschmückte Platz ist ausgesprochen sehenswert: Im Volksmund wird er „firal dels bous“ (Rinderweg) genannt.
Vall d’en Bas: In diesem tiefen Tal umgeben von großen Gebirgszügen finden wir zahlreiche kleinere Ortschaften, Einsiedeleinen und viele alte Bauerhöfe. Die freundlichen Talbewohner bewahren und pflegen immer noch sorgsam alle herkömmlichen Traditionen. So finden wir auf den hübschen Holzterrassen zum Beispiel in Hostalets d’en Bas, Joanetes oder in Mallol die Maiskolben, die noch wie einst draußen zum Trocknen aufgehängt werden. Durch die geografisch isolierte Lage kennt sich hier im Tal nahezu jeder, fast herrscht hier familiäre Atmosphäre. Diese herrlichen Landschaft mit ihren tiefen Farbkontrasten ist ein einzigartig in ganz Katalonien.
Alta Garrotxa
Im Norden von Olot erstrecken sich tiefe Täler, die einzigartigen Naturformen inmitten der üppigen grünen Landschaft sind einfach spektakulär. Hier gibt es riesige Eichen und Steineichen, die sich ehrwürdig gen Himmel strecken.
Das Tal ist nur schwer zu erreichen, daher werden hier die alten Traditionen wie seit jeher noch immer gepflegt. Die Dörfer, Bauernhöfe, und die kleinen Steinkapellen versetzten uns in eine andere Zeit. Man kann diese Route auch mit dem Auto machen. Wenn Sie allerdings lieber wandern, gibt es hier auch eine Vielzahl schöner Wanderwege in der näheren Umgebung, die Sie durch schöne Täler mit eiskalten Bächen und glasklaren Seen führen.
Mit dem Rad
Viele der oben erwähnten Routen können Sie teilweise oder ganz mit dem Fahrrad machen. Einige Etappen sind etwas schwieriger, wenn Sie wollen, können Sie dann auf die leichteren grünen Routen wechseln.
In Olot starten viele Fahrradwanderwege. Die Ruta del Ferro geht von Olot bis Ripoll. Hier kommen Sie an einem alten romanischen Kloster vorbei, mit einem schönen Portal, Kreuzgang und sieben Apsidenkapellen. Außerdem kommen Sie durch das mittelalterliche Sant Joan de les Abadesses und durch Hogaza, das mit seinen zahlreichen Minen an die Vergangenheit erinnert.
Eine Alternative dazu ist die Ruta del Carrilet. Sie führt an der ehemaligen Eisenbahnstrecke zwischen Olot und Girona entlang und durch eine herrliche Landschaft mit malerischen Bauerndörfern. Am schönsten ist das Tal des Flusses Ter und die grünen Weiden von Salt. Wenn Sie es schaffen, können Sie die 54 km von Olot bis nach Girona fahren, und dann zum krönenden Abschluss die schöne Altstadt der Provinzhauptsadt Girona besichtigen.
Mit dem Heißluftballon
Für alle, die schwindelfrei sind, wäre der Heißluftballon eine aufregende Alternative, den Naturpark Parque Natural de los Volcanes de la Garrotxa von oben zu erleben. Landschaft und Ausblick sind einfach spektakulär. Außerdem werden Sie auf ihrem Ausflug auch verköstigt: Nämlich mit einem Gläschen Cava und örtlichen Spezialitäten im Stile eines Bauernfrühstücks.
Ski
Nur eine Stunde von Olot entfernt beginnen die Pyrenäen von Girona. La Molina, Masella und Vall de Núria sind einige der beliebtesten Skigebiete der Region.
Spezialitäten
Die Vulkan-Küche: Die Gastronomen der Region haben aber nicht den Anschluss verpasst und sich der avantgardistischen neuen katalanischen Küche angeschlossen. Es entstand ein neuer Stil, der Tradition mit modernen Rezepten verbindet - Anspruch und deftiges Essen sind hier kein Widerspruch! Auf der Speisekarte finden sich heimische Produkte wie Pilze, Trüffel, Bohnen, Kartoffeln, Mais, Buchweizen, Kastanien, Rüben, die zu einem leckeren Schweinefilet oder zu Wildschwein serviert werden. Auch die leckeren Schneckengerichte sind sehr zu empfehlen!.
Einkaufen
Olot ist bekannt für seine schönen Krippenfiguren. Die Heiligenfiguren der Sants d’Olot gehören zu den beliebten Souvenirs christlichen Kunsthandwerks in Olot. Ein Einkaufsbummel hier ist aber auch etwas für die Sinne: Der Geruch frisch gebackener Spezialitäten lockt uns in die örtliche Bäckerein, die den Besucher mit ihren hübsch präsentierten Aniskuchen in der Auslage veführen. Und für den etwas herzhafteren Geschmack gibt es die „Chicharrones“, knusprig gebratene Schweineschwarten, die man wie Chips isst. In den Metzgereien sollten Sie die hausgemachte Wurst und den luftgetrockneten Schinken probieren, beides Spezialitäten der Region.
Die Marktliebhaber unter uns sollten unbedingt den Mercado del Rengle besuchen. Hier verkaufen die Bauern der Umgebung jeden Samstag frisches Obst und Gemüse aus eigenem Anbau.