"Gebucht, erlebt, verstanden: Warum dieses Haus mehr ist als ein Klassiker"
Man ist oft auf dieser Insel, kennt Wege, Winde, Weine – und doch gibt es diese Häuser, an denen man immer wieder vorbeikommt, ohne sie wirklich zu betreten. Das Riu Palace Maspalomas war für uns lange genau so ein Ort. Diesmal also bewusst gebucht. Endlich. Und mit einer leisen Frage im Gepäck: Was stimmt eigentlich am Mythos?
Schon beim Ankommen die erste kleine Gewissheit: Der Check-in ist kein Vorgang, sondern ein Auftakt. Charmant, aufmerksam, mit genau der richtigen Prise Ironie und Eleganz, die zeigt, dass Professionalität hier nicht steif, sondern lebendig ist. Ein Volltreffer – und ein Versprechen, das im weiteren Verlauf tatsächlich gehalten wird. Denn wie so oft zeigt sich: Ein Hotel lebt nicht von Marmorböden oder Sichtachsen, sondern von den Menschen, die es tragen. Und genau hier setzt dieses Haus Maßstäbe.
Seit seiner Eröffnung 1989 als erstes Haus der „Riu Palace“-Linie war es nie einfach nur ein Hotel, sondern immer auch ein Statement. Nach der Renovierung 2021 ist dieses Statement klarer denn je: fünf Sterne, adults only, über 350 Zimmer – und vor allem eine konsequente Entscheidung für Ruhe, Stil und Qualität. Der neue Pool mit Blick auf die Dünen wirkt dabei fast wie eine logische Konsequenz dieser Haltung: nichts Übertriebenes, sondern einfach genau richtig.
Was sich ebenfalls sofort wieder einstellt, ist dieses besondere Publikum. Kosmopolitisch, entspannt, stilbewusst. Elegante Paare, internationale Gäste, viele aus der Gay-Community, die hier eine Form von selbstverständlicher Eleganz leben, fern jeder Pose. Dazu die klassischen Gentlemen alter Schule und jene, die einfach eine kreative Pause vom Alltag suchen. Es ist bunt – aber nie beliebig.
Unser Zimmer: genau das, was man sich nach einem langen Tag wünscht. Klar, hochwertig, großzügig gedacht. Zwei große, bequeme Betten, eine gut sortierte Minibar, Safe, Bügeleisen – alles da, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Der Balkon ausreichend weit,' und, wenn man Glück hat, dieser Blick auf Meer und Dünen. Und dann dieses Bad: Regendusche, Doppelwaschbecken. Ein kleines Privileg, das sich schnell wie Selbstverständlichkeit anfühlt.
Apropos Selbstverständlichkeit: Zweimal täglicher Zimmerservice. In vielen Häusern ein Relikt, hier ein echtes Detail von Aufmerksamkeit.
Kulinarisch bleibt wenig Raum für Kritik. Das Frühstück ist weniger Buffet als Bühne: frische Säfte in großer Auswahl, hochwertige Produkte, exzellente Schinken, spanische Spezialitäten – keine Massenware, sondern Qualität, die man schmeckt. Die Live-Cooking-Station fügt sich nahtlos ein. Insgesamt wirkt das Restaurantkonzept mit Buffet, à la carte und Fusion-Ansätzen angenehm ambitioniert – und in seiner Konsequenz deutlich ansprechender als vieles, was man auf der Insel sonst erlebt.
Was aber vielleicht am stärksten geblieben ist – oder sogar gewachsen ist – ist diese besondere Ruhe. Die Gartenanlage weitläufig, gepflegt, fast schon meditativ. Kein Ort für laute Inszenierung, sondern für jene, die genau wissen, was sie suchen: Gelassenheit, Stil, Verlässlichkeit.
Und so sitzt man hier, blickt auf die Dünen, und merkt: Manche Häuser altern nicht. Sie werden präziser.