Berlin trägt sein festliches Weihnachtskleid

date_range 15 Dezember, 2017 label , , question_answer Schreibe einen Kommentar

Es ist Weihnachtszeit und Berlin zeigt sich wie immer im glitzernden Festtagskleid. Und diese ganz besondere Stimmung zieht alljährlich Besucher aus aller Welt magisch an. Auch ich liebe diese Zeit und deshalb zieht mich als Berlinerin im Advent nichts in die Ferne. Ich liebe es, in der Stadt zu bleiben, über hell erleuchtete Straßen zu bummeln, in herausgeputzten Geschäften nach Geschenken zu stöbern und mich mit Freunden zum Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt zu treffen.

Romantisch: Weihnachtsmarkt auf dem Gendarmenmarkt in Berlin

Und Weihnachtsmärkte hat Berlin reichlich. Welcher ist der schönste, werde ich immer wieder gefragt. Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn sie sind wie Berlin selbst sehr unterschiedlich und jeder ist auf seine Art einzigartig. Ein Muss ist für mich in jedem Jahr der Weihnachtsmarkt auf dem Gendarmenmarkt, denn er strahlt eine ganz besondere romantische Atmosphäre aus. Dafür sorgen Künstler, Akrobaten, Tanzgruppen, Chöre, Jongleure auf der Showbühne, Holzschnitzer, Gürtler, Schneider und Schmuckmacher im Kunsthandwerkerzelt und natürlich die traumhafte historische Kulisse aus Konzerthaus, Deutschem und Französischem Dom. Vom Wittenbergplatz am Riu Plaza Berlin fährt die U-Bahn-Linie 2 direkt bis zum Gendarmenmarkt (Stationen Stadtmitte oder Hausvogteiplatz).

Unweit vom Riu Plaza Berlin: Weihnachtsmarkt rund um die Gedächtniskirche

Was für eine Pracht! Lichterketten an 650 Bäumen, illuminierte Weihnachtsmänner, Nussknacker und Rentiere – sie bringen unweit vom Riu Plaza Berlin die Shoppingmeilen Tauentzien mit dem exklusiven KaDeWe und den Ku`damm spektakulär zum Leuchten. 230 Kilometer lang sollen die Lichterketten insgesamt sein. Und rund um die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche hat auch in diesem Jahr wieder der Weihnachtsmarkt geöffnet. Mitten drin brennen Kerzen für die Opfer des Anschlages vom vergangenen Jahr. Geheilt ist diese tiefe Wunde nicht und es fällt schwer, mir beim Bummel über den Markt Normalität einzureden. So schlendere ich mit einem Glühwein in der Hand sehr nachdenklich an den Ständen vorbei und schaue dann noch rein ins legendäre Bikinihaus, bestaune das ziemlich ausgeflippte Angebot der Designerstores und Pop-up-Boxen und muss schmunzeln über die fröhlich turnenden Äffchen im Zoogehege.

Skandinavisch: Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg

Stimmungsvoll sind natürlich auch Weihnachtsmärkte in der Spandauer Altstadt und am Schloss Charlottenburg. Doch um ehrlich zu sein, in der Adventszeit zieht es mich eher auf die kleinen Märkte etwas abseits vom Touristentrubel und Großstadtgetümmel. Dazu gehört auf jeden Fall der Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Ob finnischer Glögi, fackelnde Schwedenfeuer, Elchgulasch oder die Lichterkönigin Lucia selbst – überall versprüht er skandinavisches Flair inmitten einer beeindruckenden Industriearchitektur. Denn die Kulturbrauerei war bis 1967 Bierbrauerei. Über 100 Jahre wurde dort der beliebte Gerstensaft gebraut und noch heute erinnern Haus-Bezeichnungen wie Flaschenbierabteilung, Bahnladehalle, Kessel- und Maschinenhaus an diese Zeit. Vom Wittenbergplatz am Riu Plaza Berlin fährt die U-Bahn-Linie 2 über Alexanderplatz bis Eberswalder Straße. Von dort aus sind es nur ein paar Meter Fußmarsch bis zur Kulturbrauerei.

An der Wiege Berlins: Feuriger Winterzauber im Nikolaiviertel

Gern bin auch auf dem Weihnachtsmarkt in der Sophienstraße nahe den Hackeschen Höfen, wo es Ökoprodukte, Design- und Kunsthandwerk aus Berlin gibt, und im Nikolaiviertel unweit vom Berliner Schloss, das seit 2013 wieder aufgebaut wird. Ein gigantisches Bauwerk, das historische und modere Architektur vereint und als Humboldt Forum im kommenden Jahr seine Türen öffnen wird. Viel älter als das Schloss aber ist die Geschichte des Nikolaiviertels. Dort steht die Wiege Berlins, dort wurde die Stadt vor 780 Jahren gegründet. Durch die kleinen Gassen mit ihren urigen Kneipen und Boutiquen zieht ein ganz besonderer Zauber. Die Veranstalter nennen es „Feuriger Winterzauber“. Und während ich so übers Kopfsteinpflaster schlendere, fühle ich mich ein bisschen ins alte Berlin zurückversetzt und erwarte an jeder Ecke Berliner Originale wie den Schusterjungen, den Leierkastenmann und Nante, den Eckensteher. Leider begegne ich ihnen nicht, dafür aber Heinz Rühmann im lustigen Kultfilm „Die Feuerzangenbowle“. Ich gönne mir eine heiße Feuerzangenbowle, kuschle mich auf die Open-Air-Couch und genieße mitten im Herzen Berlins den Advent fernab von Trubel und Hektik der Großstadt. Ja, die Weihnachtszeit in Berlin ist für mich einfach wunderschön!

 

Bärbel Arlt arbeitet als Journalistin in Berlin und wandelt gern auf touristischen Pfaden. Mit ihren Erlebnissen und Eindrücken möchte sie ihren Lesern Lust machen, die Welt zu entdecken – getreu dem Spruch von Konfuzius: Der Weg ist das Ziel!

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